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Die Salvatorschwestern zu Münstereifel

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Die Salvatorschwestern zu Münstereifel 1622-1879
Bericht aus dem Euskirchener Volksblatt „Neue Heimat“ vom 10.12.1949

Die in früheren Zeiten in Münstereifel ansässigen Salvatorschwestern bildeten eine Gemeinschaft frommer Jungfrauen, die sich mit der Heranbildung junger Mädchen beschäftigten. Diese Genossenschaft ist durch eine Jungfrau Margaretha Linnery [auch Linnerij geschrieben] gegründet worden. Sie wurde im Jahre 1587 als Tochter des Geheimrats Peter Linnery in Münstereifel geboren. Von mütterlicher Seite her war Margaretha mit dem hochangesehenen Johann Gropper [1503-1559] verwandt, der sich während der Reformationszeit, auf katholischer Seite stehend, einen geachteten Namen erwarb.

Gründung

Schon 1594 gründete Margaretha Linnery in Münstereifel eine Schule, in der junge Mädchen erzogen und unterrichtet wurden. Um nun ihr Werk auch für die Zukunft sicherzustellen, stellte sie ihr gesamtes Vermögen zur Verfügung, damit daraus eine Gemeinschaft von Jungfrauen fundiert werde, die ihr Mädchen-Erziehungswerk unterstützen und nach ihrem Tode fortsetzen sollten.
Über diese Stiftung liegt ein Aktenstück vor, in welchem Margaretha Linnery ihre Absichten und Pläne schriftlich niederlegte. Danach soll ihr an der Klostergasse (der späteren Kapuzinerstraße) gelegenes Haus mit der Zeit zu einem „Convent oder Kläusgen“ für sechs oder sieben Jungfrauen ausgebaut und eingerichtet werden. Alle noch von ihren Eltern stammenden Möbel- und Inventarstücke „samt dem Zinnwerk, das in einer gemalten Kiste liegt“, verbleiben dem Hause. Zwei Frauenpersonen Nesgen und Tringen, die früher beim Dechanten Reinfeld wohnten, mögen in das Haus ziehen, damit sie es bewahren.
Was nun die Herkunft der Jungfrauen anbelangt, welche die künftige Erziehungsarbeit übernehmen sollen, so trifft Margaretha keine Bestimmung darüber, ob man Ordensfrauen aus Stotzheim, Sinzig oder anderswoher herbeiruft. Sie hat nur den Wunsch, dass diese künftigen Erzieherinnen, die zu erwartenden Zöglinge im Lesen, Schreiben und Nähen unterweisen und dass sie gottesfürchtig leben, damit das Haus späterhin nicht als „Metzenhaus ausgeschrieen wird.“
Das von Margaretha zur Verfügung gestellte Haus soll nicht für Männer, sondern nur für Frauen in Benutzung genommen werden. Auch soll man keine französische Schule darin betrieben, vielmehr soll man die zu unterrichtenden Mädchen „die mütterlich angeborene Sprache dort lesen und schreiben lehren.“

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Titelbild eines Buches von M.L.

Als Namen des Hauses wünscht Margaretha die Bezeichnung „Im Salvator“.
Nachdem Margaretha Linnery 1622 starb, wurde das Gebäude von gleichgesinnten Jungfrauen bezogen, die dem Sinne der Stifterin entsprechend wirkten. Die Stiftung der edlen Gründerin entwickelte sich zur schönsten Blüte. Das Salvatorhaus wurde zu einer Mädchenschule, in der mehr als 250 Jahre lang ein ersprießlicher Unterricht erteilt wurde. Mit der Ausweisung der Salvatorschwestern während der Zeit des sogenannten Kulturkampfes im Jahre 1879 fand die segensreiche Stiftung Margaretha Linnerys ihr von den Bewohnern Münstereifels aufs tiefste bedauerte Ende. Die ausgewiesenen Schwestern begaben sich nach Holland. Hier schlossen sich die Salvatorjungfrauen den Ursulinen an und wurden mit dieser Ordensgemeinschaft vereinigt.
S.Z.

Archiv Heinrich Klein