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Der Matronentempel in Nöthen-Pesch


von Sophie Lange

Der "Heidentempel Pesch" zur Römerzeit

Abb. Der "Heidentempel Pesch" zur Römerzeit Zeichnung von A. Krahforst: Hürten-Museum Bad Münstereifel

Der Tempelbezirk der Matronae Vacallinehae war ursprünglich ein Baumheiligtum, das Mitte des I. Jahrhunderts n. Chr. eine steinerne Form erhielt. Etwa 100 Jahre später wurde der Kultbereich erweitert; um 330 baute man ihn zu einer großen Prachtanlage aus, die als Wallfahrtsstätte diente. Die vacallinehischen Matronen waren die Schutzgöttinnen des Vacalli-Stammes. Sie beschützten Haus und Hof und segneten die Früchte von Feld und Flur. Sie erinnern an die Große Göttin, die die Macht über Leben, Tod und Wiedergeburt besaß.
Die Verehrung von drei Göttinnen ist keltische Tradition. Die römischen Legionäre übernahmen den regionalen Kult.

Bei der Ausgrabung 1914-18 fanden die Archäologen zahlreiche Weihesteine, die jedoch alle mehr oder weniger zerschlagen waren. So stellte man hier den Abguß eines Aufaniensteins aus dem Matronenheiligtum Görresburg bei Nettersheim auf.

Grundriss, 3. Bauphase (nach Lehner)

Grundriss, 3. Bauphase (nach Lehner)

Die konservierten Mauerzüge stammen aus der dritten Bauphase und zeigen einen gallo-römischen Umgangstempel, einen großen Festplatz mit einem Sechseckbau und eine Basilika mit Apsis.

Nicht rekonstruiert sind ein Fachwerkschuppen und eine Wohnung. Abgegrenzt war der Kultplatz zum Teil durch eine Wandelhalle, in der ein Brunnen integriert war. Um 450 wurde der Tempel zerstört.