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Der Schatz am Eierberg

Von Pfarrer Zinken, 1909


Einige Leute von Münstereifel suchen nach einem Schatz am Eierberg zwischen Eicherscheid und Schönau. [Dort wurde einst nach Eisen bzw. Blei gegraben.] Sie graben eine Grube, steigen hinein und stoßen schon bald auf die Kiste mit dem Schatz. Da ruft es plötzlich von oben hinab: „Wen hängen wir zuerst daran? Den mit der roten Mütze!“
Erschrocken schauen die Schatzgräber nach oben und sehen über der Grube einen Galgen und zwei Gestalten neben demselben. Der Arbeiter mit der roten Mütze schreit auf: „Jesus, Maria, Joseph, steh mir bei!“ Da ist alles verschwunden und der Schatz versunken. In aller Angst rennen die Arbeiter fort. Die Erft war früher viel reißender als jetzt. Als die beiden Schatzgräber in die Nähe von Eicherscheid kommen, sehen sie eine Brück über der Erft. Der erste stürzt darauf los, der zweite ruft: „Halt, da ist gar keine Brücke! Das ist Teufelsverblendung!“ So wurde er gerettet.
Nach 1836 wurde ich von einem Schönauer angegangen, ihm eine geweihte Kerze zu besorgen, um mit Sicherheit nach Schätzen graben zu können.


Pfarrer Zinken: Erinnerungen, Erlebtes und Vernommenes. In: Rheinische Geschichtsblätter, Bonn 1909-1914, Seite 115. Sophie Lange: Im Dunkel der Nacht, 2001, Seite 77