Sie sind hier: Startseite  » Willi Schillings: Menhire, Felsenbilder, Rätsel » Nachruf Willi Schillings


Nachruf Willi Schillings


von Sophie Lange
Fotos: Archiv Willi Schillings

„Es gibt keine Zufälle!“ Das sagte Willi Schillings immer wieder und war davon überzeugt, dass alles Geschehen von höheren Wesen geleitet wird. So war es vielleicht auch kein Zufall, dass wir uns 1990 zufällig kennen lernten und zwar am Fraubillenkreuz auf dem Ferschweiler Plateau (von Willi nur „Sybillenkreuz“ genannt). Willi kam mit dem Fahrrad von der einen Seite, ich zu Fuß von der anderen Seite. So standen wir beide vor dem christianisierten Menhir, gingen immer wieder um den Stein herum und studierten ihn eingehend, beide eine Wanderkarte in der Hand haltend. Wir kamen ganz von selbst ins Gespräch und stellten fest, dass wir gleichen archaischen Spuren in der Eifel nachgingen.

Das Fraubillenkreuz am Ferschweiler Plateau

Das Fraubillenkreuz am Ferschweiler Plateau

Wenn man bedenkt, dass W. Schillings aus Langerwehe/Düren kam und ich in Nettersheim im Kreis Euskirchen wohne, war unser Zusammentreffen an einem alten Kultplatz in der Südeifel schon ein etwas eigenartiger „Zufall“.

Erst als W. Schillings etwa ein Jahr später einen Vortrag über Phänomene in Nettersheim hielt, sahen wir uns wieder und beschlossen, einige gemeinsame Erkundungen zu unternehmen. So besuchten wir in den folgenden Jahren Matronenplätze in der Nordeifel, die Kakushöhle, die Katzensteine, die Felsen im Rurtal und alte Kirchen in der gesamten Eifel. Wir erforschten die Luxemburger Schweiz und immer wieder das Ferschweiler Plateau.

Im Kreis Euskirchen konnte ich zwar die Führung übernehmen, aber ansonsten war Willi es, der sich besser auskannte. Ich staunte immer wieder darüber, wie er mitten im Wald zielsicher einen Stein ansteuerte, den wohl jeder andere übersehen hätte. Oder wie er Ritzungen in Felsen und Kirchenmauern entdeckte, die kaum zu erkennen waren.

Da wir häufig gegensätzliche Ansichten hatten, waren unsere Gespräche stets lebhaft und bereichernd. So glaubte Willi fest daran, dass es kein Zufall sei sondern ein geheimnisvolles Phänomen, wenn UFOs in der Nähe alter Kultplätze gesichtet werden. Ich sah darin eine Zufälligkeit ohne Bedeutung.

Allerdings kam ich einmal ins Grübeln. Als wir nach einer langen Eifeltour spät abends in Nettersheim ankamen, fuhren wir noch zum nahen Matronentempel. Ein befreundeter Hobbyflieger hatte uns an diesem Tag begleitet. Auf dem bereits dunklen Kultplatz zeigte dieser plötzlich zum Himmel und machte uns auf ein sich bewegendes Licht in sehr großer Höhe aufmerksam. Ein Flugzeug, dachten wir. Doch unser Flugexperte schüttelte den Kopf: „Das ist kein Flugzeug.“ Und wie um seine Worte zu bestätigen, bewegte sich die Himmelserscheinung über Eck, zog quasi einen spitzen Winkel, flog weiter und beschrieb dann nochmals eine eckige Kurve, als wollte das Objekt ein riesiges Dreieck am Himmel zeichnen. Das konnte wirklich kein Flugzeug vollbringen. Seltsam!

Die Gressenicher Mühle bei Eschweiler/Aachen

Foto: Hier spukte es besonders häufig: Die Gressenicher Mühle bei Eschweiler/Aachen

Neben UFOs, Kornfeldkreisen, Menhiren, Felsritzungen und anderen Phänomenen waren Sagen und Legenden ein weiterer Schwerpunkt in der Forschung von Willi Schillings. Besonderen Wert legte er auf die Sagenplätze, die er suchte und dann immer wieder aufsuchte.
Spuklichter und Zwerge fand er besonders interessant. Von den sagenhaften weißen Frauen kam er zu Madonnen und Marienerscheinungen, die er akribisch erforschte.

Willi Schillings an den Zyklopensteinen im Aachener Wald

Foto: Willi Schillings an den Zyklopensteinen im Aachener Wald

Willi Schillings liebte und verehrte die Natur und unternahm weite Fahrradtouren.
Seine besondere Zuneigung galt den Tieren. Willi war Vegetarier, und es entsetze ihn immer wieder, dass Menschen Tiere töten und verzehren. Als ich Willi kennen lernte, lebte er mit einer Hündin und mehreren Katzen zusammen. Im Laufe der Jahre starben zunächst der Hund und dann nach und nach seine Katzen. Neue Tiere wollte er nicht. Die letzte Katze – ein sehr altes Tier – verstarb kurz vor Willis Tod.

Foto von Willi Schillings, aufgenommen in Nettersheim

Foto von Willi Schillings, aufgenommen in Nettersh

Willi Schillings hat zwei Bücher veröffentlicht:

UFOS im Dreiländereck, Band I
UFOS und alte Steine, Band II

Aus diesen beiden Büchern sind hier einige Berichte zusammengetragen,
Für ein drittes Buch hatte er das Manuskript fertig. Zu einer Veröffentlichung kam es jedoch nicht mehr.

Willi Schillings verstarb plötzlich und unerwartet am 9. Oktober 2005 im Alter von 68 Jahren.

Und meine Seele spannte
weit ihre Flügel aus,
flog durch die stillen Lande,
als flöge sie nach Haus.

Joseph von Eichendorff